Diagnostische Verfahren

Das Hören fängt weit vor der Geburt an. Schon ab der 24. Schwangerschaftswoche reagieren Ungeborene mit normalem Hörvermögen auf Schallreize. Natürlich können Eltern dann nicht feststellen, ob der Fetus die Stimme von Vater und Mutter wahrnimmt oder nicht. Und auch, wenn das Baby da ist und nach etwa sechs Wochen in der so genannten ersten Lallphase gluckst, prustet, jauchzt und quietscht, scheint noch alles in Ordnung. Nur ganz vage Hinweise deuten auf eine eventuelle Hörstörung hin. Einfache Tests können Eltern zu Hause durchführen, aber Kinder sind keine Maschinen, die wie auf Knopfdruck immer gleich reagieren. Deshalb sind die Ergebnisse solcher Heimdiagnosen sehr unzuverlässig. Im Zweifelsfall sollten Sie daher Ihren Kinderarzt oder besser gleich einen Arzt für Phoniatrie und Pädaudiologie - einen auf die Behandlung von Kindern spezialisierten Hals-Nasen-Ohren (HNO)-Arzt -aufsuchen.

Die meisten Eltern haben Angst vor diesem Termin. Was ist, wenn es stimmt? Noch ist es nur eine Vermutung, ist Hoffnung da. Erst eine Reihe gründlicher Untersuchungen und die anschließende Diagnose machen es zur Gewissheit: Ihr Kind ist schwerhörig oder taub! Viele Mütter und Väter verdrängen den Gedanken, wollen es nicht wahrhaben. Manche deuten jede zufällige Bewegung ihres Kindes, die es zeitgleich mit einem Knall oder einem Wort macht, als Anzeichen für Hören. „Das wächst sich wieder raus“, sagen andere - vor allem, um sich selbst zu beruhigen. Es ist völlig in Ordnung, wenn auch Sie diese Angst spüren. Niemand braucht sich dafür zu schämen oder zu versuchen, die Angst zu verbergen. Wenn Ihnen nach Weinen ist, dann weinen Sie. Möchten Sie mit jemandem darüber reden, dann sprechen Sie Ihren Partner, Verwandte, Freunde oder andere Eltern an. Lassen Sie die Angst zu. Nur eines sollten Sie bitte nicht tun: vor der Angst kapitulieren und aufgeben.....